(Die Eigenschaft Narzistisch ist nicht per se als krankhaft zu betrachten. Auf diese Feststellung legen die Autoren auch Wert. Pathologisches Geschehen liegt erst dann vor, wenn die Narzistische Eigenschaft mit Leiden und funktionaler Beeinträchtigung verbunden ist [dann Prävalenz 1 - 2 %]. Ansonsten ist sie ein bei sehr vielen Menschen anzutreffendes, häufiges, durchgehendes, weitverbreitetes und zudem gesellschaftliches Muster.)

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Merkmale

-Muster von Großartigkeit.

-Bedürfnis nach Bewunderung.

-Mangel an Einfühlungsvermögen, Mangel an Empathie.

-Ist nicht willens, die Gefühle andere zu erkennen oder die Bedürfnisse anderer zu berücksichtigen.

-verlangt nach übermäßiger Bewunderung,
 hohes Anspruchsdenken,

-erwartet, bevorzugt behandelt zu werden,

-erwartet, daß andere automatisch auf ihn eingehen.

-Im zwischenmenschlichem Bereich ausbeuterisch, zieht Nutzen aus anderen zur Erreichung seiner eigenen Ziele.

-Ist häufig neidisch auf andere,
glaubt und hofft, das andere neidisch sind auf ihn.

-Arrogant, überheblich, hochnäsig, prahlerisch, großspurig, ungeniert.

-Häufig Unterschätzung und auch Abwertung der Beiträge anderer.

-Sorgen sich darum, wie positiv andere von ihnen denken (ähnlich wie bei Histrionikern).

-Verächtlich und ungeduldig wenn andere über ihre eigenen Probleme und Angelegenheiten   sprechen. Möglicherweise werden sich die Narzistischen Menschen der Kränkung, die sie mit ihren Bemerkungen verursachen, nicht bewußt.

-Narzistische Menschen prahlen z.B. gegenüber einem Kranken oder Behinderten mit ihrer Gesundheit.

-Narzistische Menschen besitzen meistens ein gepflegtes äußeres.

-Narzistische legen größten Wert auf Körperpflege, Kleidung, ggf. Fitnesstraining (wie bei Histrionischen!).

-Übermäßiges Interesse an persönlicher Erscheinung und Wohlergehen; spiegelt sich in seiner Verbalisierung wieder.

-Häufiges zurechtzupfen, abklopfen, ordnen und prüfen der Kleidung.

Zunächst hinterläßt der Narzistische einen glatten, positiven Eindruck.
Später erst kommen die groben, ungehörigen Eigenschaften zum Vorschein. Roh, abrupt, undankbar.

-Außerordentlich entspannte oder ungewöhnlich gerade Haltung und überheblicher Gesichtsausdruck.

-Fähig auch zu sexueller Belästigung.

Narzistische bezeichnen sich durchaus manchmal auch selbst als überheblich, arrogant und eingebildet.

Narzisten können einen großen Bekanntenkreis haben, es fehlen aber oftmals anhaltende Beziehungen. Können oft nur vage Angaben zu speziellen Freunden machen.

Zunächst erwähnt der Narzist Bezugspersonen gar nicht, oder aber stellt sie als Grund der Probleme dar.

Narzistische können paranoide Kognitionen entwickeln in der Form das sie meinen, andere wollten sie einholen oder abwerten, weil sie ja ansich denken, daß andere sie um ihre Talente und Großartigkeit beneiden. Die Narzisten sind ja eingenommen von der Vorstellung das andere sie laufend um irgendetwas beneiden.

Wenn ein Narzist Informationen erhält, das bestimmte Personen seine Grandiosität nicht bestätigen, ihn nicht hochpreisen, kann starke Wut auftreten, Beschimpfung, Körperverletzung, ausführliche Racheakte und auch selbstschützende Vorgehensweisen.

Narzisten sind fähig, gegen andere, die sie als Bedrohung für ihre Überlegenheit empfinden, gewalttätig zu werden.
Wachsamkeit ist vonnöten, wenn sich anbahnt, daß ein verärgerter Narzist auf Rache sinnt.

Narzistische spielen die Krankheiten anderer Menschen herunter, bagatellisieren Leiden und Krankheit anderer. 

 

Allgemeines

Ehrgeizig und selbstbewusst, mit Sinn für das Besondere und einer hohen Anspruchshaltung aufzutreten gilt als gute Voraussetzung für privaten und beruflichen Erfolg. Bei Patienten mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung tritt aber an die Stelle eines stabilen Selbstwertgefühls, das den Aufbau tragfähiger Beziehungen fördert, eine irrational überhöhte Selbsteinschätzung. Die Folge davon sind massive Probleme mit dem sozialen Umfeld.

Ursachen

Die Ursachen für eine narzisstische Persönlichkeitsstörung werden in der Eltern-Kind-Beziehung des Patienten gesehen. Möglicherweise haben die Eltern dem Kind schon früh das Gefühl vermittelt, etwas Besonderes und besser als andere zu sein. Auch das Gegenteil, ein Mangel an Aufmerksamkeit, oder aber elterliche Aufmerksamkeit, die durch herausragende Leistungen verdient werden muss, kann zur Entstehung führen. Tiefenpsychologisch lässt sich das Krankheitsbild der narzisstischen Persönlichkeitsstörung auf ein gestörtes Verhältnis der verinnerlichten Selbst- und Objektrepräsentationen zurückführen. Das Fehlen positiver innerer Objektrepräsentationen wird durch Idealisierung des Selbst und Entwertung äußerer Objekte kompensiert.

Symptome

Wer an einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung leidet, wird im Berufsleben, in der Partnerschaft und im Freundeskreis unter den Konsequenzen seines unrealistischen Selbstbildes zu leiden haben.

Der Betroffene entwirft Phantasien von Macht und Erfolg, träumt aber auch von idealer Liebe. Seine Mitmenschen verdächtigt der Patient generell neidisch auf ihn zu sein. Gleichzeitig wird aber er selbst von diesem Gefühl recht intensiv heimgesucht. Sein Auftreten erscheint anderen als arrogant und sie fühlen sich oft von ihm benutzt. Auch braucht der Betroffene dauernd Bestätigung von außen. Typisch ist ein Mangel an Empathie, die Weigerung, Bedürfnisse seiner Mitmenschen anzuerkennen. Dabei reagiert der Patient selbst aber überaus empfindsam auf Kritik. Zum Teil wird darauf mit einem weiteren Ausbau des irrationalen Selbstbildes reagiert und es entsteht ein Teufelskreis. Mögliche Folgen sind soziale Isolation und Depressionen bis hin zum Selbstmord. Ob es sich im individuellen Fall einfach um einen ehrgeizigen und dominanten Persönlichkeitsstil oder aber um eine Therapie bedürftige Persönlichkeitsstörung handelt, hängt vom subjektiv empfundenen Leid des Betroffenen ab. Dabei wird ein mit vielen Erfolgen und geschickt eingeworbener Anerkennung lebender Narzisst sicher zufriedener sein als ein solcher, der seine Aggressivität selbstschädigend auslebt und Misserfolge und Entwertungen erdulden muss. Nicht selten wird daher nach persönlichen Rückschlägen und Kränkungen therapeutische Hilfe in Anspruch genommen.

Therapiemöglichkeiten

In der Therapie wird an der Fähigkeit des Patienten gearbeitet, seine Verhaltensweisen bewusst zu reflektieren, Empathie zu entwickeln und Kritik auszuhalten. Die tiefenpsychologisch ausgerichtete Therapie versucht außerdem, anhand der Übertragung in der Patient-Therapeut-Beziehung abgespaltene Selbst- und Objektrepräsentationen zuzulassen und zu integrieren.